FAQ

Ausbildung von Brandschutzwarten und Brandschutzbeauftragten

1.) Was ist ein Brandschutzbeauftragter?

Ein Brandschutzbeauftragter ist eine entsprechend den Vorgaben der TRVB 117 (Technische Richtlinie Vorbeugender Brandschutz) durch eine anerkannte Ausbildungsinstitution ausgebildete und in Folge durch den Arbeitgeber schriftlich hierzu bestellte Person, welche in einem Unternehmen bzw. für ein Objekt alle Agenden des vorbeugenden Brandschutzes wahrnimmt bzw. verantwortet.

2.) Wie wird man Brandschutzbeauftragter?  Welche Ausbildung ist hierzu notwendig?

Die Anforderungen an die Ausbildung von Brandschutzbeauftragten (BSB) werden im Detail durch die TRVB 117 O „Betrieblicher Brandschutz – Ausbildung“ (erlassen vom Österr. Bundesfeuerwehrverband und den Österr. Brandverhütungsstellen) geregelt.

Darin ist festgeschrieben, dass Interessierte zuerst die Ausbildung zum Brandschutzwart (das sogenannte Modul 1) absolvieren müssen. Dabei handelt es sich um eine eintägige Schulung mit theoretischen und praktischen Inhalten, welche bei einer anerkannten Ausbildungsinstitution zu absolvieren ist. Dieses Modul vermittelt die wichtigsten Grundlagen und enthält auch ein praktisches Training zur Bekämpfung von Entstehungsbränden mit Geräten der Ersten Löschhilfe. Danach kann die Funktion eines Brandschutzwartes übernommen werden.

Wird darüber hinaus die Funktionsübernahme des BSB angestrebt, ist in Folge auch das Modul 2 zu absolvieren. Dabei handelt es sich um eine zweitägige Ausbildung, welche ebenfalls im Rahmen einer anerkannten Ausbildungsinstitution zu absolvieren ist. Im Zuge dieser Ausbildung werden vertiefende Inhalte vermittelt, um in Folge selbstständig als BSB agieren zu können.

Nach positiver Absolvierung der Module 1 und 2 kann die Funktion eines BSB (nach betriebsinterner Bestellung) ausgeübt werden. Sind im Wirkungsbereich des BSB jedoch spezifische technische Brandschutzanlagen (wie z.B. Brandmeldeanlagen, Sprinkleranlagen, udgl.) vorhanden, sind darüber hinaus ergänzend verpflichtend auch noch die jeweils zugehörigen Brandschutztechnikseminare zu absolvieren.

Zusammengefasst ist eine „provisorische“ Übernahme (durch betriebsinterne Bestellung) der BSB-Funktion möglich, nachdem die beiden Module 1 und 2 positiv absolviert wurden. Allenfalls aufgrund der brandschutztechnische Ausstattung des Betriebs nötige zusätzliche Seminare (Nutzungsbezogene Seminare bzw. Brandschutztechnikseminare) sind jedoch innerhalb von zwei Jahren nachzuholen.

In Folge ist durch den BSB spätestens alle fünf Jahre zumindest eine von einer anerkannten Ausbildungsinstitution veranstaltete Fortbildungsveranstaltung mit einer Mindestdauer von 360 Minuten zu besuchen. Dies soll sicherstellen, dass der BSB immer über den aktuellen brandschutztechnischen Wissensstand verfügt und führt zu einer Verlängerung der Gültigkeit des persönlichen Brandschutzpasses um weitere fünf Jahre.

3.) Welche Ausbildungen gibt es nach der TRVB 117O?

Durch die TRVB117O werden folgende Ausbildungen geregelt:

  • Grundausbildung:
    • Brandschutzwart (BSW) – Modul 1
    • Brandschutzbeauftragter (BSB) – Modul 1 + Modul 2 + erweiterte Ausbildung
    • Brandschutzgruppe (BSG) – Modul 1 + Modul 3
    • Interventionsdienst (IVD) – Modul 1 + BMA

 

  • Erweiterte Ausbildung (Seminare):
    • Brandschutztechnikseminare
      • Brandmeldeanlagen (BMA)
      • Sprinkleranlagen (SPA)
      • Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA)
      • Gaslöschanlagen (GLA)
    • Nutzungsbezogene Seminare
      • N1: Betriebe mit besonderer Personengefährdung wie Hotels, Schulen, Universitäten, Bürogebäude, Veranstaltungsstätten, Wohnhausanlagen, Verkaufsstätten, Hochhäuser
      • N2: Betriebe mit erhöhter Brandgefahr wie Gewerbe-und Industrieanlagen, Holz- und Papierverarbeitende Betriebe
      • N3: Betriebe mit besonderen Gefährdungen wie Krankenhäuser, Pflegeheime, Strafvollzugsanstalten (Ausbildung vorzugsweise vor Ort)
      • N4: Betriebe mit besonders schutzwürdigen Einrichtungen wie Historische Bauten, EDV Räume (Ausbildung vorzugsweise vor Ort)
4.) Wer muss die in der TRVB 117 O geregelte erweiterte Ausbildung (Brandschutztechnikseminare und nutzungsbezogene Seminare) absolvieren?

Sind im Wirkungsbereich des BSB spezifische technische Brandschutzanlagen (wie z.B. Brandmeldeanlagen, Sprinkleranlagen, udgl.) vorhanden, sind innerhalb von maximal 2 Jahren nach Übernahme der BSB-Funktion jedenfalls auch die jeweils spezifischen Brandschutztechnikseminare für die jeweils im Objekt vorhandenen Brandschutzanlagen zu absolvieren.

Die formale Befähigung zur Ausübung der Tätigkeit als BSB im Sinne der TRVB O 119 ist erst dann gegeben, wenn alle für den betreffenden Betrieb erforderlichen Brandschutztechnikseminare und nutzungsbezogenen Seminare absolviert sind. Bis zur Absolvierung der Ausbildung innerhalb von 2 Jahren kann die Funktion jedoch provisorisch übernommen werden.

5.) In welchem zeitlichen Abstand müssen sich Brandschutzwarte fortbilden?

Die Fortbildung von Brandschutzwarten muss gem. TRVB 117 O spätestens alle 5 Jahre zumindest innerbetrieblich durch den Brandschutzbeauftragten (nachweislich) erfolgen.

Sofern für den Brandschutzwart jedoch auch eine Verlängerung des Brandschutzpasses (um weitere 5 Jahre) angestrebt wird, hat die Fortbildung im Rahmen einer anerkannten Ausbildungsinstitution (z.B. durch Besuch eines nutzungsbezogenen Seminars) zu erfolgen.

Allgemein verlängert die Absolvierung von Technik- und Nutzungsseminaren im Rahmen einer anerkannten Ausbildungsinstitution die Gültigkeit des Brandschutzpasses um jeweils weitere 5 Jahre.

6.) In welchem zeitlichen Abstand müssen sich Brandschutzbeauftragte fortbilden?

Die Fortbildung von Brandschutzbeauftragten muss gem. TRVB 117 O (nach Absolvierung der allenfalls nötigen spezifischen Brandschutztechnikseminare innerhalb von 2 Jahren nach Funktionsübernahme) spätestens alle 5 Jahre durch Absolvierung eines Fortbildungsseminars im Rahmen einer anerkannten Ausbildungsinstitution erfolgen.

Als Fortbildungsseminare gelten gem. TRVB 117 O:

  • Nutzungsbezogene Seminare
  • Besuch von Jour-Fixes auf dem Gebiet des vorbeugenden Brandschutzes im selben Ausmaß
  • Sonstige Fortbildungsseminare im selben Ausmaß – hierunter würde z.B. der Besuch ausgewählter spezifischer Fachtagungen (z.B. Brandschutz-Fachtagung der FSE Ruhrhofer & Schweitzer GmbH in St. Pölten oder Fachtagung der Brandschutzbeauftragten der BVS-Brandverhütungsstelle für OÖ) fallen

Bestellung und Aufgaben von Brandschutzbeauftragten

1.) Wann muss in einem Betrieb ein Brandschutzbeauftragter (BSB) eingesetzt werden?

In Österreich können unterschiedliche rechtliche Gründe zur Bestellung eines BSB (und allfälliger BSW) in einem Betrieb führen.  Oftmals erfolgt eine Bestellung aufgrund behördlicher Vorgaben im Rahmen des baurechtlichen- und/oder gewerberechtlichen Genehmigungsprozesses eines Betriebs („öffentlich-rechtlich/behördlich vorgeschriebener BSB“). Hierzu gibt die bundesweit gültige Arbeitsstättenverordnung sowie das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz den dafür nötigen gesetzlichen Rahmen vor.

Unabhängig davon werden BSB oft auch aufgrund privatrechtlicher Vereinbarungen zwischen dem Betrieb und der selbst gewählten Feuerversicherung bestellt, da durch die entsprechenden Versicherungsbedingungen die Etablierung eines BSB oftmals durch den Versicherer eingefordert wird.

2.) Welche Aufgaben erwarten mich als Brandschutzbeauftragter in einem Betrieb?

Prinzipiell obliegt dem BSB die Leitung des hierarchisch organisierten Betriebsbrandschutzes in einem Betrieb. Die Aufgaben eines BSB werden übergeordnet durch die Vorgaben der Arbeitsstättenverordnung sowie darüber hinausgehend durch die Inhalte der TRVB 119 „Betrieblicher Brandschutz – Organisation“  geregelt.

Übergeordnet hat der BSB im Betrieb eine sogenannte Brandschutzorganisation aufzubauen, welche sicherstellt, dass alle gesetzlichen Anforderungen an den Betrieb im Bereich des Vorbeugenden Brandschutzes (in organisatorischer, anlagentechnischer und teilweise auch baulicher Hinsicht) auch umgesetzt bzw. eingehalten werden sowie allfällige Brandgefahren und brandschutztechnische Mängel im Betrieb durch regelmäßige sogenannte Eigenkontrollen frühzeitig erkannt werden und somit die Wahrscheinlichkeit einer Brandentstehung minimiert wird. Weiters hat er dafür Sorge zu tragen, dass im Falle eines tatsächlich eintretenden Brandes eine vorbereitete „Alarmorganisation“ zum Tragen kommt, welche sicherstellt, dass z.B. rasch die Feuerwehr alarmiert, Personen gerettet, eine (wenn noch möglich) durch in der Handhabung der Löschgeräte geschulte Personen Entstehungsbrandbekämpfung eingeleitet und das Gebäude strukturiert evakuiert wird. Somit fallen dem BSB auch regelmäßige Schulungen für alle MitarbeiterInnen über das Verhalten im Brandfall und die Organisation jährlich wiederkehrender Brandalarm- und Räumungsübungen zu. Außerdem kommt ihm eine wichtige Rolle bei der Beurteilung und Freigabe betrieblicher Heißarbeiten (z.B. temporäre Schweißarbeiten an einer internen Anlage für Reparaturzwecke) zu. (Auszug)

Zur Unterstützung können ihm hierzu je nach Vorgaben der Behörden bzw. der Betriebsgröße auch weitere stellvertretende BSB sowie Brandschutzwarte (BSW) zur Verfügung stehen.

3.) Wie viele Brandschutzbeauftragte benötigt ein Betrieb?

Einerseits zumindest so viele, wie im Anlassfall durch die Behörde (z.B. im Rahmen der Betriebsanlagengenehmigung) festgeschrieben wurden. Andererseits sind jedenfalls aber auch die Vorgaben der TRVB 119 „Betrieblicher Brandschutz – Organisation“ einzuhalten. Diese geben vor, dass je nach der zeitlichen Verfügbarkeit der einzelnen Brandschutzorgane (BSB und BSW) sichergestellt sein muss, dass während der regulären Betriebszeiten zumindest immer eine ausgebildete Person (also zumindest mit der Ausbildungsstufe BSW) anwesend ist, um im Anlassfall sofort entsprechende Maßnahmen einleiten zu können.

Dokumentation von Brandschutzmaßnahmen

1.) Was ist ein Brandschutzbuch?

Bei einem Brandschutzbuch handelt es sich um ein entweder schriftlich oder elektronisch geführtes Dokument, in welchem durch den BSB alle Bereich des betriebsinternen Vorbeugenden Brandschutzes gesetzten Maßnahmen nachweislich (meist in einer Art Journalform) dokumentiert werden.  Unter anderem dient es zum Vermerk der Ergebnisse aller durchgeführten Eigenkontrollen (samt Dokumentation allfälliger Mangelbehebungen) und Anlagenüberprüfungen sowie zur Dokumentation durchgeführter Brandschutzübungen und Schulungsmaßnahmen. Brandschutzbucher sind durch den BSB regelmäßig (bei aufgefundenen schwerwiegenden Mängeln auch unmittelbar) der dafür zuständigen betriebsintern Stelle (meist dem Betriebsleiter) zur Kenntnisnahme vorzulegen und stellen daher ein wichtiges Instrument zur Dokumentation der Tätigkeiten des BSB dar.

2.) Wann ist ein Brandschutzbuch zu führen?

Die Verpflichtung zur Führung eines Brandschutzbuches wird in Österreich primär durch die Arbeitsstättenverordnung (siehe §45 der AStV) geregelt. Diese gibt klar vor, dass in allen Betrieben, in welchen ein Brandschutzbeauftragter bestellt ist, für Dokumentationszwecke auch ein Brandschutzbuch zu führen ist.

Brandgefahren

1.) Was sind die häufigsten Ursachen, welche in einem Betrieb zu einem Brandausbruch führen?

Gemäß den aktuellen Statistiken stellt abgesehen von Blitzeinschlägen immer noch elektrischer Strom (z.B. in Form von Kabelbränden nach Kurzschlüssen) sowie insbesondere auch offenes Feuer (vom vergessenen Adventkranz bis zu unbedacht durchgeführten Schneid- oder Schweißarbeiten mit heißen Flammen bzw. Funken) die häufigsten Gründe für die Entstehung von Bränden dar.

Insbesondere bei Bränden in der Nachtzeit (ohne Vorhandensein einer automatischen Brandmeldeanlage) kommt es oft erst zu einer verzögerten Branddetektion (Betrieb menschenleer, wenig Passanten, Personen schlafen in der Regel) – daher treten die meisten Personenschäden meist im privaten Bereich (Wohnhäuser), die höchsten Sachschäden (nach Schadenssummen) jedoch im Bereich Gewerbe und Industrie auf.

2.) Es hat in meinem Betrieb schon seit vielen Jahren keinen Brand gegeben – beweist dies nicht, dass es sich daher um ein besonders sicheres Objekt handelt und Investitionen in den Vorbeugenden Brandschutz daher eigentlich unnötig sind?

Es muss immer damit gerechnet werden, dass es in einem Objekt zu einem Brand kommen wird. Die Frage ist dabei nicht „ob“, sondern nur „Wann“ etwas passiert.   Der Umstand, dass es in einem Objekt bisher noch nicht gebrannt hat, ist daher als „Glücksfall“ zu sehen – davon kann jedoch NIEMALS abgeleitet werden, dass es auch zukünftig zu keinem Brandausbruch kommen wird. (Auszug aus einem Urteil des OVG Munster)

Große Unglücksfälle resultierten meist aus der zeitgleichen Verkettung mehrerer  Mängel und/oder Fahrlässigkeiten! Nur ein zeitgemäße und gut eingelaufene betriebsinterne Brandschutzorganisation kann mit hoher Wahrscheinlichkeit sicherstellen, dass es niemals zu einer solchen unglücklichen Verkettung im Betrieb kommt und ein möglicher Personen- wie auch Sachschaden im Anlassfall weitestgehend minimiert wird.

Hinweis

Bei dieser Seite handelt es sich um eine Serviceleistung der ADSUM Brandschutzakademie ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Es kann auch keine Haftung oder Gewähr für die Aktualität von Inhalten gegeben werden.